Der deutsche Freestyle-Motocross-Star Luc Ackermann hat mit einem spektakulären Stunt die Grenzen des Machbaren erneut verschoben. Auf einer Autobahn in Nordrhein-Westfalen sprang der 25-jährige Thüringer mit einem Tsunami Backflip von einem fahrenden LKW über eine 9 Meter hohe Höhenkontrolle und landete auf einem zweiten, vorausfahrenden Truck. Ein Manöver, das Präzision, Timing und Mut in Perfektion vereinte – mit einem Zeitfenster von nur 0,5 Sekunden für den entscheidenden Moment.

Das Manöver startete auf einem LKW, der konstant mit 20 km/h unterwegs war. Luc beschleunigte sein FMX-Bike auf 54 km/h – ohne technische Hilfsmittel wie einen Tacho, sondern rein nach Gefühl und Erfahrung. Mit einer kumulierten Absprunggeschwindigkeit von 74 km/h katapultierte er sich in die Luft, rotierte den Tsunami Backflip und überflog die 9 Meter hohe Höhenkontrolle, bevor er nach rund 40 Metern Flug sicher auf dem zweiten LKW landete. Dabei mussten die Trucks unter ihm exakt in Bewegung bleiben: Der Abstand betrug 23 Meter, jeder Meter und jede Zehntelsekunde zählten.

Der Schlüssel zum Erfolg lag im Timing. Schon kleinste Abweichungen hätten den Ablauf gefährdet – zu früh und es drohte die Kollision mit der Höhenkontrolle, zu spät wäre das Landefenster auf dem vorausfahrenden LKW verpasst worden. „Präzision und Timing waren bei diesem Projekt besonders wichtig. Denn wenn ich nicht mit der richtigen Geschwindigkeit und im richtigen Moment losfahre, pralle ich entweder gegen das Schild oder verfehle die Landung“, beschreibt es Luc Ackermann. Den perfekten Zeitpunkt signalisierte Bruder Hannes Ackermann, selbst FMX-Profi, der sich auf dem Absprung-LKW befand – ein Zusammenspiel, das nur mit maximalem Vertrauen und jahrelanger Routine funktioniert.

Auch die beiden LKW-Fahrer Franz Reinthaler und Walter „Bill“ Kranawendter übernahmen eine entscheidende Rolle. Sie mussten ihre bis zu 31 Meter langen Trucks konstant mit 20 km/h exakt auf Spur halten und den Abstand von 23 Metern präzise einhalten, damit Luc sich voll auf Speed, Linie und Absprung konzentrieren konnte.

Möglich wurde das Projekt zudem durch akribische Vorbereitung und wissenschaftliche Planung. Thomas Stoeggl, Head of Global Performance Innovation im Athlete Performance Center in Thalgau (Österreich), berechnete und analysierte die relevanten Parameter – von Geschwindigkeit und Beschleunigung über Absprungwinkel und Flugkurve bis hin zu Windbedingungen. So wurde der Stunt unter realen Bedingungen so kontrollierbar und sicher wie möglich gestaltet.

Nach der erfolgreichen Landung war die Begeisterung bei Luc riesig. Er beschrieb das Gefühl als überwältigend – gerade weil er in der Luft merkte, dass es „gerade so gereicht hat“. Die mehrtägigen Vorbereitungen und die enorme Anspannung entluden sich in einem Moment purer Euphorie.

Der Stunt wirkt wie eine komplexe Aufgabe aus dem Physikunterricht – nur, dass sie nicht auf Papier gelöst wurde, sondern in der Luft. Mit wissenschaftlicher Präzision, sportlicher Höchstleistung und maximaler Konsequenz hat Luc Ackermann erneut bewiesen, warum er zur Weltspitze im Freestyle Motocross zählt.